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Mit vereinten Kräften für eine Welt ohne Armut und Ausgrenzung
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Armut

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Armut : Wer sie kennt, kann aus Erfahrung sprechen

"Das Schlimmste an der Armut ist gar nicht, nicht genug Geld zu haben, sondern die fehlende Anerkennung, keinen Platz in der Gesellschaft zu haben."

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"Armut bedeutet, im Verborgenen zu bleiben, lügen zu müssen und so tun als ob."

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"Armut bedeutet Hilfe zu brauchen, aber sich schämen müssen, darum zu bitten."

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"Armut bedeutet, dass jeder denkt, mir Ratschläge erteilen zu müssen, nur weil ich Hilfe brauche."

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"Das Schlimmste an der Armut ist, sein Leben ans sich vorbeiziehen zu sehen.. "

Der Bericht der Bundes- regierung weist zu Recht darauf hin, dass Armut mehr bedeutet als eine fi- nanzielle Benachteiligung.
Ohne entsprechende Mit- tel ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Zusam- menleben erschwert: Der Eintritt ins Museum, das Schwimmbad oder ins Kino werden unerschwinglich. Dies kann dazu führen, dass Erwachsene sich aus ihrem Freundeskreis zurückziehen oder Kinder von ihren Klassenkameraden ausgeschlossen werden, weil sie nicht mehr mithalten können.

Wenn Armut darüber hinaus andauert und sich verfestigt, wenn neben der Existenzsicherung weitere Lebensbereiche wie Wohnung, Bildung, Gesundheit, Kultur, soziale Beziehungen beeinträchtigt werden, dann verwehrt Armut den betroffenen Menschen, sich in ihrer ganzen Würde und all ihren Fähigkeiten entfalten und an der Gesellschaft teilhaben zu können. Tiefe Armut stellt ein soziales Erbe dar, welches den betroffenen Menschen kaum ermöglicht, aus eigener Kraft den Anschluss an die Gesellschaft zu gewinnen.

Wenn Armut jedoch nur als Mangel verstanden wird, dann werden auch die Betroffenen zunächst nur als Menschen wahrgenommen, denen etwas fehlt, denen man helfen, oder die man erziehen muss. Wie ein Betroffener sagt: "Das Schlimmste ist, dass immer ANDERE für uns denken, sprechen und entscheiden."

Die Erfahrung, vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein, das Gefühl, weniger zu zählen als andere, nagt am Selbst- wertgefühl. Nur so lässt sich die Frage einer allein erziehenden Mutter verstehen: "Was für ein Vorbild bin ich Arbeitslose für meine Kinder ?"

Dabei braucht es im Gegenteil viel Energie, Mut, Fantasie und Widerstandskraft, um mit begrenzten Mitteln seinen Alltag zu gestalten, für eine Familie zu sorgen, die Kinder zu erziehen und sich nicht hängen zu lassen und aufzugeben.

Wenn dies gesehen und anerkannt wird, verändert sich die ganze Sichtweise auf Armutssituationen. Beziehungen sozialer Ungleichheit weichen einem gleichberechtigten Dialog. Die Betroffenen können mit ihren Erfahrungen zu Lösungen für sich und andere beitragen. Sie gewinnen Würde und Handlungsspielräume.

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